"Ich bin ein Eisbär!"

von Redaktion Diakonie

Ein Praktikum in der Tagespflege „Heimathafen“

Seniorensport mit Praktikantin Susi in der Tagespflege

Rasch hat sie die Stühle im Kreis aufgestellt und die Sportgeräte bereitgelegt. Heute ist in der Greifswalder Tagespflege „Heimathafen“ Seniorensport mit der Praktikantin Susi angesagt, einer aufgeweckten jungen Frau. Schwungvoll geht es mit der ersten Übung los. Motorik und Beweglichkeit der Beine und Füße zu verbessern ist das Ziel. Susi hat dazu einen Luftballon ausgewählt, den sich die Tagesgäste mit dem Fuß zuschießen sollen. So einfach ist es gar nicht. Die Runde ist sehr unterschiedlich zusammengesetzt, Männer und Frauen unterschiedlichen Alters mit eingeschränkten Alltagskompetenzen. Wenn man Probleme mit den Augen hat, muss man den Ball erst einmal sehen können. Jetzt sind die Arme an der Reihe. Mit einem kleinen, leichten Schläger wird der Luftballon von einem zum anderen geschlagen. Federballbegeisterung beschwingt die Runde. Susi lobt und feuert an, holt den ausgebüxten Ball zurück ins „Feld“. Sie bezieht alle Gäste mit ein, fordert zum Mitmachen und Mitgestalten auf. Den Gästen macht es genauso viel Spaß wie ihr.

Susi liegt die Arbeit mit Menschen im Blut. Die Entscheidung für den Pflegeberuf kam aber erst vor einigen Jahren. Ihre beruflichen Pläne sahen anfangs ganz anders aus. Nach der Lehre arbeitete sie in der Gastronomie, als Zimmermädchen und Hausdame, war Saisonarbeiterin in der Schweiz, Österreich und in ganz Deutschland.

Durch eine Freundin kam sie auf die Idee, sich umzuorientieren und im Pflegberuf zu arbeiten. Ihre erste Nachtschicht mit einem Magen-Darm-Patienten wird sie so schnell nicht vergessen. Der Start war nicht gerade einfach, aber davon ließ sie sich nicht abschrecken.

Was Susi am Pflegeberuf reizt? „Dass ich für andere da sein und helfen kann, das ist das, was mir Spaß macht.“

Nun schult Susi zum Altenpflegehelfer um und hat es bisher nicht bereut. Ihr Praktikum in der Tagespflege „Heimathafen“ in der Stralsunder Straße 12 geht zu Ende. In der nächsten Woche muss sie von Bord gehen. Sie hat eine Menge dazu gelernt. Was sie vor allem beeindruckte, wie Demenzkranke gefördert werden. “Hier wird viel Wert auf Gedächtnistraining gelegt.“ Spielerisch und Schritt für Schritt gehen die Mitarbeiter vor. Zum Beispiel das Spiel ‚Wer bin ich?‘ kommt bei den Gästen prima an. Manchmal klappt es nicht auf Anhieb. „Frau B. soll eine Uhr erraten. Wir gaben ihr Hinweise: Es hängt an der Wand oder am Armgelenk und macht: Tick, tack. Was sind Sie? ‚Ein Eisbär!‘ kam prompt die Antwort.“ Susi schmunzelt.

In der Tagespflege-Crew fühlte sie sich als vollwertiges Mitglied. Würde sie sich im Alter, wenn sie Hilfe benötigen sollte, im „Heimathafen“ versorgen lassen? „Ja, ich denke schon. Man hat hier alles, was wichtig für die Gäste ist. Es ist sehr schön hier. Jeder wird individuell – entsprechend seinen Bedürfnissen – betreut.“ (Die Tagespflege ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr geöffnet.) Susi konzentriert sich jetzt auf die anstehenden Prüfungen. Im Oktober – wenn alles glatt läuft – hat sie die Ausbildung zur Altenpflegehelferin in der Tasche.

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